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In Memoriam: Die Jusos Heidelberg erinnern an Johann Georg Elser, ermordet im KZ Dachau am 9. April 1945

Veröffentlicht in Reden/Artikel


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Wer war dieser Mann, dessen Name viele Jahrzehnte in deutschen Schulbüchern unerwähnt blieb und auch heute noch vielen Menschen unbekannt ist? Georg Elser war ein einfacher Handwerker, ohne Idealismus, ein „Mann aus dem Volk“. Auf eigene Faust leistete der gelernte Schreiner beispiellosen Widerstand. Gegen das, was er schon lange vor Kriegsbeginn als den Untergang Deutschlands voraus ahnt.

Das Attentat auf Hitler hat er seit dem Herbst 1938 geplant. Ein Jahr lang bastelt er an der Zeitbombe. Zwei Uhrwerke als Zeitzünder. Perfekte Konstruktion. In über 30 Nächten kratzt er ein Loch in die Säule hinter dem Rednerpult des Münchner Bürgerbräukellers. All dies tut er alleine, dem Tod allzeit ausgesetzt. Die in der Säule versteckte Bombe explodiert jedoch erst, nachdem Hitler den Saal unvorhergesehen früher verlässt - 13 Minuten zu spät.
Auf der Schweizer Grenze wird Elser gefasst und in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. Es folgen viele Folterungen und Verhöre. Die Nazis verdächtigen den britischen 'Secret Service' – der logistische Aufwand hinter dem Attentat schien einer Einzelperson nicht möglich. Schließlich wird Georg Elser wenige Wochen vor Kriegsende auf Sonderbefehl Hitlers im KZ Dachau ermordet.
Er war ein Mann, der einfach wusste, was nicht richtig ist. Ein Mann, der den zweiten Weltkrieg fast verhindert hat.

Der Schriftsteller Hellmut G. Haasis ergänzend zur Motivation Elsers:
„Er war Holzarbeiter, Schreiner. Und Schreiner sind aus Tradition staatskritisch, links, sozialistisch, bis in die Gegenwart. In diesem Milieu hat Elser in Konstanz ein sozialistisches Bewusstsein entwickelt, wohnte in einer WG mit linken Holzarbeitern, las Münzenbergs „Arbeiterillustrierte“ und wanderte mit den Naturfreunden.(...) Er war ein genossenschaftlich denkender, hoch motivierter, selbst verantwortlicher Handwerker. Mitglied der KPD war er nicht, wohl aber im Rotfrontkämpferbund, freilich als Karteileiche. Er war äußerst hilfsbereit. Seinen Schlag gegen Hitler verstand er als selbstverständliche Hilfeleistung für Millionen, damit diese nicht ermordet werden.“ (erschienen in 'Neues Deutschland', 9. November 2009)

Wir Jungsozialistinnen vergessen ihn nicht. Erinnert sei auch an die Widerstandskämpfer Wilhelm Canaris, Ludwig Gehre, Hans Oster, Karl Sack und Theodor Strünck (ebenfalls ermordet am 9. April) sowie alle anderen Opfer des NS-Regimes.

Juri Opitz

 

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